Keramik-Museum Berlin: Haël-Keramik 1923 – 1933

Das Keramik-Museum Berlin zeigt noch bis zum 22. Oktober eine Ausstellung von Arbeiten der deutschen Keramik-Künstlerin Margarete Heymann-Loebenstein.

1899 in Köln geboren, studierte Margarete Heymann Malerei und Zeichnen in Köln und Düsseldorf, bevor sie 1920 den Vorkurs bei Johannes Itten am Bauhaus Weimar besuchte. Obwohl sie noch an weiteren Kursen teilnahm, auch unter der Leitung von Paul Klee und Georg Muche, und obwohl sie eine Zeit in der Bauhaus-Keramikwerkstatt in Dornburg tätig war, trat sie dem Bauhaus Weimar nie ganz bei und kehrte 1921 an den Rhein zurück, um dort in einer Töpferei zu arbeiten. 1922 führte sie ihr Weg nach Berlin, wo sie den Geschäftsmann Dr. Gustav Loebenstein kennenlernte und 1923 heiratete. Im selben Jahr gründeten sie in Marwitz eine eigene Töpferei, die Haël-Werkstätten für Künstlerische Keramik.

Dank ihrem ausgeprägten Gespür für Farben und Formen sowie ihrem umfangreichen Wissen aus ihrer Zeit in Weimar machte Margarete Heymann-Loebenstein die Haël-Werkstatt schnell zur wichtigsten, kreativsten und produktivsten Keramik-Produktionsstätte jener Zeit: Ende der 1920er Jahre produzierten mehr als 100 Menschen ihre Entwürfe.

Wie viele deutsche Schicksale in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg endete auch die Geschichte der Haël-Werkstatt mit dem Aufstieg der Nazis und schließlich der Flucht Margarete Heymann-Loebensteins nach England.

Sie ist jedoch keineswegs vergessen, denn das Keramik-Museum Berlin zeigt aktuell einen umfassenden Überblick über ihre Arbeit während der Haël-Dekade und betont so die Bedeutung ihres Beitrags zur Geschichte der europäischen Keramik-Kunst im Europa des 20. Jahrhunderts.

Haël-Keramik 1923 – 1933 kann bis zum 22. Oktober im Keramik-Museum Berlin besucht werden.

Margarete Heymann-Loebenstein Haël-Keramik 1923 – 1933

Keramik-Museum Berlin: Haël-Keramik 1923 – 1933

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