Geschichten aus der Kollektion: Barcelona Sessel von Mies van der Rohe

Obwohl er einer der bekanntesten – und leider auch meistkopiertesten – Möbeldesignklassiker ist, war der Barcelona Sessel von Mies van der Rohe eigentlich nie für die Serienproduktion gedacht.

Mit der Gestaltung des Deutschen Pavillons für die Weltausstellung 1929 in Barcelona beauftragt, entwarf Mies van der Rohe auch ein paar Möbel für sein Gebäude; darunter ein Tisch, ein Hocker und ein Sessel. Für ihn war der Job damit erledigt, obwohl die Objekte in kleinen Mengen auch auf Anfrage von der Berliner Metallwerkstatt Joseph Müller produziert wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg überzeugte Florence Knoll ihren Ehemann Hans Knoll davon, dass es für ihre noch junge Möbelfirma von Vorteil sein könnte, Möbel zu produzieren, die von modernistischen oder Bauhaus-Architekten entworfen wurden, die damals die New Yorker Skyline mit ihren gewaltigen Büroblocks umgestalteten.

Knoll Associates hatte dabei das Glück, dass Florence Knoll mit vielen Hauptakteuren seit ihrer Studienzeit an der Cranbrook Academy of Art persönlich befreundet war. Während Mies van der Rohe sich zunächst sehr dagegen sträubte, seinen Barcelona Sessel produzieren zu lassen, gewannen die persönlichen Zusicherungen von Florence, insbesondere im Hinblick auf die Farben, in denen der Sessel erhältlich sein sollte, erst sein Vertrauen und dann seinen Segen für die Serienproduktion. Und der Rest ist Geschichte…

Das Exemplar, das aktuell im GRASSI Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig zu sehen ist, wurde 1930 in Berlin gefertigt und gehört zur ursprünglichen – prä-Knoll – Produktionsreihe.

GRASSI Museum für Angewandte Kunst Jugendstil bis Gegenwart Mies van der Rohe Barcelona Chair

Barcelona Sessel von Mies van der Rohe.

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Barcelona Sessel & Barcelona Tisch von Mies van der Rohe.

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