Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Sommertheater: Sonnenallee

Mit dem Sommereinbruch haben die Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Leipzig einmal wieder ihren Platz im Hof des GRASSI Museumskomplexes für ihre alljährliche Sommertheatersaison eingenommen. Genauer, ihre 30. Sommertheatersaison.

In diesem Jahr wird ein Themengebiet beleuchtet, das die Gruppe in ihren Anfangsjahren nur mit Risiko auf solche Weise zum Thema hätte machen können – das Leben als Teenager in der DDR.

Von Leander Haußmanns und Thomas Brussigs gleichnamigen Film aus dem Jahre 1999 übernommen, ist “Sonnenallee” eine Geschichte über Liebe, das Verlieren der Unschuld und den Alltag in einer bankrotten Diktatur.

Mal witzig, mal ernst unterscheidet sich die Bühnenversion von Sonnenalle ganz offensichtlich von dem Film und die “Leipziger Version” ist deutlich mit der Idee konzipiert, den Studierenden die Möglichkeit zu geben all ihre Fähigkeiten darzustellen.

Folglich wird in der Aufführung nicht nur geschauspielert, sondern auch getanzt, gesungen und sogar akrobatische Einlagen sind dabei. Alle Lieder des Stücks wurden tatsächlich selbst von den Schauspielern gesungen und nicht etwa einfach abgespielt. Und wenn man weiß, was mit der einen Kassette passiert, die in dem Stück vorkommt, erscheint diese Entscheidung im doppelten Sinne gut.

Wir sind keine Theaterkritiker. Und wollen noch viel weniger vorgeben, welche zu sein. Das wäre peinlich. Aber wir wollen trotzdem erklären, was uns an Sonnenallee gefallen hat: Es war die Leichtigkeit, die Frische, die Zugänglichkeit und die überzeugende Freude der Darsteller am Spiel.

Wir sind nicht ganz sicher, ob alle Beteiligten an dem Stück überhaupt geboren worden wären, wenn die Berliner Mauer nicht gefallen wäre; auf jeden Fall ist keiner von ihnen in einem Alter, um die Erfahrungen gemacht haben zu können, die die Protagonisten des Stücks erlebt haben. Eine Tatsache, die die Schauspieler von denen im Film unterscheidet und dem Stück für uns diese unbekümmerte Leichtigkeit verleiht.

Niemand trägt einen Teil seiner Vergangenheit in die Aufführung. Keiner der Schauspieler weiß, wie es ist, monatelang auf ein Telefon zu warten, ständig Angst vor der Stasi zu haben oder keine 50 West Mark für ein Rolling Stones Album zusammen zu bekommen.

Also spielen sie die Charaktere und geben nicht ihre eigenen Erfahrungen wieder. Das ist wahrscheinlich grundlegend für das, was uns so gut gefiel. …neben der Tatsache, dass uns das Stück zum Lachen brachte.

Sonnenallee läuft vom 29. Juni bis 13. Juli und für einige Vorstellungen sind noch Tickets verfügbar.

Weitere Informationen gibt es unter www.sommertheater-leipzig.com.

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