Verborgene Schätze: Die Iran-Sammlung Rennhard

Am Sonntag, dem 4. Dezember werden im GRASSI Museum für Angewandte Kunst nicht nur feierlich die restaurierten Josef-Albers-Fenster im Haupttreppenhaus enthüllt und die Werner Bünck Retrospektive “Metall.Keramik.Stein” eröffnet. In der Pfeilerhalle öffnet außerdem die Sonderausstellung “Verborgene Schätze” mit Stücken aus der Iran-Sammlung von Gertrud Rennhard.

Gertrud Rennhard wurde in Zürich geboren. 1945 kam sie zum Auswärtigen Amt der Schweiz, 1947 wurde sie nach Sao Paulo versetzt. Nach Stationen in Rom und Basel kam Gertrud Rennhard 1962 nach Teheran, wo sie bis zu ihrem Ruhestand 1976 blieb.

Während dieser 14 Jahre reiste Gertrud Rennhard viel durch den Iran und die Nachbarstaaten und sammelte leidenschaftlich islamische Kunstobjekte: von Kalligraphien über Teppiche, Münzen und Schmuck bis hin zu Möbeln.

Mit über 800 Objekten ist die Iran-Sammlung von Gertrud Rennhard ein beeindruckender Katalog der Geschichte und Kultur dieser Region von der persischen Antike bis zum Iran des 20. Jahrhunderts.

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst ist jetzt stolzer Besitzer von Gertrud Rennhards Sammlung. Ein Teil der Sammlung ist als eine Art Einführung bis zum 5. Februar 2012 in der Pfeilerhalle ausgestellt.

Vor der Eröffnung haben wir uns mit dem Kurator der Historischen Sammlungen Dr. Thomas Rudi übder die Sammlung und die Pläne des Museums damit unterhalten.

Grassi Blog: Wie kam denn das GRASSI Museum zu dieser Sammlung?

Dr. Thomas Rudi: Frau Rennhard hat ihre gesamte Sammlung ihren beiden guten Freunde Herrn Steffan und Herrn Schwäbe vermacht mit der Auflage ein geeignetes Museum zu finden, das die Sammlung aufnehmen könnte. So kamen wir glücklicherweise zu diesem wunderbaren Geschenk.

Grassi Blog. Sehr großzügig. Wie oft kommt man zu solch einer Schenkung?

Dr. Thomas Rudi: Wir kriegen zum Glück ab und an Geschenke, für die wir auch sehr dankbar sind, aber in diesem Umfang mit 800 Stücken ist es schon eine Seltenheit – leider!

Grassi Blog: Was ist die Attraktion der Sammlung?

Dr. Thomas Rudi: Es ist eine sehr heterogene Sammlung mit einigen wirklich herausragenden Objekten wie den Lorestan-Bronzen oder der mittelalterlichen Keramik.  Dann gibt es aber auch Objekte, die im 19. oder 20. Jahrhundert entstanden sind, also relativ spät. Daneben haben wir z.B. Porzellan aus Russland, d.h. nicht nur Objekte, die im Iran entstanden sind sondern auch für den Iran exportiert wurden.

Grassi Blog: Die Ausstellung ist hier bis Februar 2012 zu sehen. Was passiert danach mit der Sammlung?

Dr.Thomas Rudi: Die Sammlung wird bereits bearbeitet, was natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Jedes Objekt wird dokumentiert, beschrieben, inventarisiert. Der Großteil wandert dann zunächst in unser Magazin, aber hoffentlich können wir auch das ein oder andere Objekt in unserer ständigen Ausstellung ergänzen.

Verborgene Schätze: Die Iran-Sammlung Rennhard ist vom 4. Dezember 2011 bis 5. Februar 2012 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst zu sehen.

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