Stiftung Bauhaus Dessau: Kibbuz und Bauhaus

Bis zum 9. April präsentiert die Stiftung Bauhaus Dessau eine Ausstellung, die die Verbindung zwischen dem Bauhaus Dessau und der Kibbuzbewegung in Palästina/Israel untersucht.

“Kibbuz und Bauhaus” beginnt ihre Betrachtungen bei der Geschichte der Kibbuzbewegung und richtet ihren Blick dabei insbesondere auf die Biografien von sieben der 24 Architekten, die entweder nach ihrem Studium am Bauhaus nach Palästina emigrierten oder von Palästina nach Dessau kamen, um zu studieren. Nachdem mit dieser Einführung eine solide Basis für die weiteren Entwicklungen geschaffen wurde, geht es an die Beschreibung eines typischen Kibbuz, wobei die Planung und der Betrieb von einem Kibbuz erklärt und die aktuelle Lage der Kibbuzbewegung dargelegt werden.

Wenn auch viele Ideen des Bauhauses in die israelische Kibbuzbewgung integriert worden sind, machen die Ausstellung und mit ihr der Direktor der Bauhaus Stiftung, Philipp Oswalt, deutlich, dass Kibbuz und Bauhaus nicht einfach gleichzusetzen sind.

Sicher ist aber, dass die Ideen, die Philosophie und Herangehensweisen, die das Bauhaus vertrat, das ursprüngliche Kibbuzideal auf wunderbare Weise ergänzt haben. Außerdem half die Verbindung zum Bauhaus, der Kibbuzkultur sich selbst auf dem Höhepunkt des Zweiten Weltkrieges stabil zu halten und sogar den enormen Flüchtlingsstrom zu verkraften.

Bei dem, was alles aus dem Bauhaus hervorging, verblasste der Einfluss der Schule auf die israelische Kultur und die Kibbuzniks mit den Jahrzehnten. Einige werden das bedauern, andere werden den Wandel und den Einfluss neuer Ideen und Strömungen begrüßen…

Die Ausstellung “Kibbuz und Bauhaus” jedenfalls kommentiert diese Entwicklungen nicht; sie schließt ihre Betrachtungen mit Videointerviews mit fünf Kibbuzniks ab, die über ihre Gefühle bezüglich des Wandels und ihre Erfahrungen als Teil einer modernen Kibbuzbewegung sprechen. – Ein Abschluss, der es den Besuchern überlässt, selbst zu entscheiden, wie sie die Situation und Geschichte bewerten.

Neben der Ausstellung “Kibbuz und Bauhaus” wird in diesem Rahmen ein Dokumentationsprojekt der Fotografin  Stephanie Kloss und der Politikwissenschaftlerin Antonia Blau, “Beyond Eden”, sowie die Filminstallation “Traces” des israelischen Fillmemachers Amso Gitai über seinen Vater, den Bauhausabsolventen und Kibbuzarchitekten, Munio Weinraub, veranstaltet.

“Kibbuz und Bauhaus” kann bis zum 9. April 2012 am Bauhaus Dessau besucht werden. “Traces” wird bis Februar 2012 im Meisterhaus Muche/Schlemmer gezeigt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bauhaus-dessau.de

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