Die paradiesischen Farben der Hölle. Neue Malerei aus Haiti: Préféte Duffaut & Frantz Zéphiri

Am 8. September eröffnet im GRASSI Museum für Völkerkunde eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst von Préféte Duffaut & Frantz Zéphirin aus Haiti.

Préféte Duffaut wurde 1923 in Jacmel geboren. Anfangs trat er als Bootbauer in die Fußstapfen seines Vaters. Nachdem ihm aber in einem Traum – angeblich – die Jungfrau Maria erschien und ihn aufforderte, ihr zu Ehren die Wände seiner Kirche zu bemalen, ging er mehr und mehr seinen künstlerischen Ambitionen nach. Seine Arbeiten erregten auch außerhalb von Jacmel schnell Aufmerksamkeit, sodass er schließlich den Bootsbau aufgab und nach Port-au-Prince zog. In den frühen 1950er Jahren gestaltete er zwei der bekanntesten Wandgemälde in der Dreifaltigkeitskathedrale in Port-au-Prince: “La Tentation du Christ” und “Native Street Procession”.

Frantz Zephirin wurde 1968 in Cap Haitien geboren. Schon als Kind beobachtete er seinen Onkel, den Künstler Antoine Obin, bei der Arbeit. Der Legende nach hat er mit sieben Jahren schon seine Arbeiten an die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen verkauft, mit 13 stellte er in den lokalen Galerien aus. Später zog er nach Port-au-Prince, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. 2010 zierte sein Werk “The Resurrection of the Dead” das Titelblatt des New Yorker Magazins.

Obwohl beide aus unterschiedlichen Generationen stammen, eint Préféte Duffaut & Frantz Zéphirin ihre Verwurzelung in der traditionellen haitianischen Volkskunst, der kreolischen Kultur und Voodoo. Beide sind exzellente Vertreter des naiven haitianischen Stils, der einst Picasso und die französischen Surrealisten beeindruckte.

Die paradiesischen Farben der Hölle. Neue Malerei aus Haiti: Préféte Duffaut & Frantz Zéphiri.

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig

09.09.2011 – 26.02.2012

Eröffnung am 08.09. 2011 @ 18.00 Uhr

The High Road Préféte Duffaut

The High Road von Préféte Duffaut

The Resurrection of the Dead Frantz Zéphirin

The Resurrection of the Dead von Frantz Zéphirin - Titelbild des New Yorker 2010

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Völkerkunde abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.