Rekonstruktion der Josef Albers Fenster

Die Ausstellung „Europäisches Kunstgewerbe 1927″ war für das Grassi Museum Leipzig in zweierlei Hinsicht wichtig:

1. Sie hat dazu beigetragen den Ruf der Institution in ganz Europa aufzubauen.

2. Josef Albers erhielt den Zuschlag die Fenster der Haupttreppe des Museumskomplexes am Johannisplatz zu entwerfen.

Obwohl auch unabhängig vom Bauhaus talentiert und erfolgreich, wird Josef Albers wohl hauptsächlich als einer der einflussreichsten und wichtigsten Bauhausprofessoren erinnert. Am Bauhaus Weimar war er verantwortlich für den Vorkurs, am Bauhaus Dessau leitete er die Glaswerkstatt – eine Verantwortung und Leidenschaft, die er in Leipzig ins Extreme weiterführte.

Mit sieben Metern Höhe und insgesamt 18 verschiedenen Fenstern gehören die Josef Albers Fenster zu den größten Buntglasarbeiten der Bauhausära.
Oder besser: sie gehörten, denn die Originalfenster wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe zerstört.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und der Sparkasse Leipzig kann das Grassi Museum jetzt eine seiner großen verlorenen Arbeiten  rekonstruieren.

Mit den Original-Dokumenten, Skizzen und Plänen wird der Paderborner Glasmalbetrieb Peters die Fenster originalgetreu wieder herstellen.

Eine besondere Herausforderung stellt dabei das mundgeblasene Überfangglas dar. Das Doppelglas – bestehend aus einem klaren Trägerglas mit opakem weißen Überfang und einem grüngelben Farbüberfang – sieht von innen betrachtet dunkel, von außen betrachtet hell aus. Ein wunderbares Zeugnis von Josef Albers’ künstlerischem Talent und seinem Verständnis des Materials Glas.

Die Fertigstellung und Übergabe ist für Dezember dieses Jahres geplant.

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